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Yoga ist ein mehr als zweitausend Jahre alter Übungsweg. Im Hatha-Yoga wird der Leib als Ausgangspunkt jeder Erkenntnis angesehen, denn er ist der "Ort der Erfahrung". Ohne diesen "Ort" hätte der Leib keine Möglichkeit wahrzunehmen oder sich auszudrücken. Die Yoga-Philosophie kennt nicht die deutliche Trennung von Geist und Körper, wie es bei uns Tradition ist. Körper Geist und Psyche sind gleichermaßen angesprochen, wenn es um "Haltung" geht. Jede Körperhaltung (Asana) verfolgt ein oder mehrere Ziele. Es geht beim Yoga nie um Leistung, sondern vielmehr darum, mit dem Körper in die Richtung zu gehen, die das Asana vorgibt. Bei regelmäßigem Üben findet eine Annäherung an das Ideal statt, in der Form, dass wir jeweils ein Optimum an Balance (Stimmigkeit) erfahren. Unsere Grenzen dehnen sich aus, Kräfte nehmen zu, differenzierte Wahrnehmungs- und Unterscheidungskraft entfalten sich und lassen uns Entscheidungen eindeutiger treffen. Unser integraler Übungsweg folgt dem Prinzip von vinyasa krama, d.h. jede Übungseinheit besteht aus aufeinander bezogenen und aufbauenden Schritten. Dabei bemühen wir uns, den Atem bewusst zu erleben und ihn mit den Bewegungen in Übereinstimmung zu bringen, in dem Sinne, dass wir ihn aufspüren und die Bewegung sich entsprechend anpassen lassen. So wird ein Zusammenwirken beider Aktionsabläufe erfahrbar. Es ist diese Spürfähigkeit und Achtsamkeit, die uns aus dem Alltagsbewusstsein herausführt und tiefere Schichten unseres Erlebens ermöglicht. Es geht um einen Selbstfindungsprozess, um ein ganzheitliches Wachstum. Wenn wir unsere Kompetenz entdecken und ernst nehmen, gehen wir einen Weg ohne äußeren Guru; dasselbe gilt übrigens auch für unsere Traumarbeit. Das Üben von Yoga kann so zum Yoga-Weg werden, wenn die Balance von rechtem Bemühen und Geschehenlassen gelingt. Jeder einzelne Schritt ist ein weiterer Zuwachs an innerer Freiheit. In diesem Sinne geht Yoga weit über körperliche "Fitness" und "Wellness" hinaus. zur Person
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